Tagebuch

Auftritt in Schweinfurt am 3. März 2010

Keine Kommentare | Wellküren am 07.03.2010

Während es zeitgleich am Münchner Nockherberg recht disharmonisch zuging, kümmerten wir uns in der Schweinfurter Disharmonie um Bayerns Zukunft. In München sitzen ja die immer gleichen Politikernasen vor den immer gleichen Hof-Kommödianten und brennen darauf, ausgiebig “derbleckt” zu werden. Und natürlich muss es da auch immer einen “Skandal” geben. Und natürlich ist auch die Produktion eines Skandals ein immer gleiches Ritual geworden: Mach ma halt – wenn uns gar nix anderes mehr einfällt –  einen Auschwitz- oder Hitler-Vergleich, schon isser da, der Skandal. Schlagzeilen, Empörung, Schmollwinkel, Köpferollen, das volle Programm, alles inklusive und vor allem: streng ritualisiert. Gespielte Disharmonie, bei der sich am Ende doch alle ganz einig sind: Die Brauerei, die Medien, die eitlen Hofherren und deren Narren. Ein big bavarian Win-Win-Win-Win-Business. In Schweinfurt dagegen ist, Gott sei Dank, noch alles echt und nicht gespielt. Da gibt es noch eine wirkliche Disharmonie! Ein Kleinkunst-Tempel, der seinem Namen alle Ehre macht. Er ist sehr klein (Platz für knapp 100 Leute). Und er bietet Kunst, die noch nicht vom Win-Win-Denken geprägt ist. Zudem sind die Schweinfurter an sich erfreulich streitbar und disharmonisch: Sage und schreibe 6 (!) Bürgermeisterkandidaten streiten da um die Wählergunst. So eine Gaudi! Es lebe die Disharmonie!


Hier geht’s zur Kritik aus der Main-Post: Wellküren__Dreigesang_und_hinterfotziger_Spott_-_Schweinfurt_|_Nachrichten_-_mainpost.pdf

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