Tagebuch
Auftritt in Imst in Tirol am 29. Juli 2009
Keine Kommentare | Wellküren am 02.08.2009
Tu felix Austria! Die Österreicher – und insbesondere die Tiroler – sind ein glückliches Volk. Diesen Mittwoch durften wir das zum wiederholten Mal in Imst, beim dortigen Art Club, erleben. Nein nein, wir wollen hier nicht schon wieder davon anfangen, dass der Österreicher an und für (und insbesondere laut Pisa) gescheiter ist als wir, dass er die größeren Politiker hervorbringt als wir, dass er die begabteren Skifahrer hat als wir ... all das ist ja nun hinreichend bekannt und es tut uns auch schon fast gar nicht mehr weh. Viel viel beneidenswerter ist doch die Tatsache, dass der Österreicher glücklicher ist als wir! Warum das so ist? An unserem Abend in Imst konnten wir zumindest 3 Geheimnisse lüften:
1) Das Geheimnis der hohen Berge
Überall, wo wir hinkommen, fragen wir vor der Veranstaltung Einheimische, die uns über den Weg laufen, was denn im Ort gerade so geredet wird, welche lokalen Top-News es gibt. Heiße Insider-Informationen also, die wir anschließend spontan in unser Programm einbauen können. Normalerweise erfahren wir dann, welches die verhasstesten Nachbargemeinden sind, was sich der Bürgermeister für Mauscheleien erlaubt hat und wie unmöglich sich die Pfarrerskinder wieder verhalten hätten ... Nicht so in Imst! Hier, erklärte man uns fröhlich, sei eigentlich alles in allerbester Ordnung ... ja vielleicht eine Sache ... seit Jahren sei man sich in der Bürgerschaft und im Stadtrat uneins bei der Planung eines dringend benötigten Kletterturmes mitten in Imst. Ein Kletterturm? Wir sahen hinauf in die umliegenden Tiroler Alpen (die übrigens viel höher und schöner sind als bei uns). Wozu ein Kletterturm? Mitten in den Bergen? Fragten wir verdutzt. Ja, aus dieser Sicht hätte man die Sache noch gar nicht betrachtet, versicherte man uns. Man würde dann doch nochmal darüber nachdenken ... Wie glücklich muss ein Bergvolk sein, das sich inmitten aller Gipfel hohe Türme bauen möchte? Wir sind uns ganz sicher: das ist kein Schildbürgertum! Das hat Methode! Das muss sie sein, die Anleitung zum Glücklichsein!
2) Das Geheimnis der besten Knödel
Immer wenn wir beim Art Club in Imst sind, gehen wir nach dem Auftritt mit dem Veranstalter zusammen zum Essen in die “Cafe-Bar Mandi”. Das hat seinen Grund. Denn Mandi macht DIE Marillenknödel. Oder, wie an diesen Abend, DIE Erdbeerknödel. Wer DIE jemals probiert hat, der wird, genauso wie wir, ganz sicher immer wieder nach Imst kommen, weil er gar nicht mehr anders kann. Einen derartigen Geschmacksnervenorgasmus zu erleben macht sofort und für immer abhängig. Noch mit verzückt zuckender Zunge fragte Burgi den Mandi (wie jedes Mal) nach dem Rezept. Lächelnd versicherte Mandi erneut, es ihr umgehend und ganz sicher zukommen zu lassen. Natürlich wissen wir alle, dass dies niemals passieren wird. Weil es schließlich ein Geheimnis ist. Eines der drei Geheimnisse des Glücklichseins.
3) Das Geheimnis des guten Humors
Wer in Tirol lebt, der muss schon aufpassen, dass er nicht in Versuchung kommt. Kufstein, Innsbruck, Imst ... diese Städtchen kennen wir wohl! Wie Millionen von Touristen, die ganzjährig dort einfallen. Da besteht schon die Gefahr, seine Heimat und seine Seele zu verkaufen und am Ende als futuristisch-folkloristisches Urviech zu “verkitzbühlen”. Die Imster können heilfroh sein über ihren kleinen und feinen Art Club. Da sind die auftretenden Künstler nämlich meist die einzigen Touristen. Und das Imster Publikum unter sich. Die Gaudi ist echt. Und die Wellküren: glücklich!
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No nix.
