Tagebuch
Auftritt in Baiersdorf am 14. Februar 2009
Keine Kommentare | Wellküren am 17.02.2009
An diesem Samstag hatten wir mal wieder einen Fränkischen Abend! Besser gesagt, wir erlebten gleich zwei fränkische Abende, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Aber der Reihe nach ...
FRÄNKISCHER ABEND - EPISODE I: Der Kulturverein und das Baiersdorfer Publikum
Wie die Oberbayern gerade mit den Franken umgehen ... das ließ nichts Gutes hoffen für unseren Auftritt in der Baiersdorfer Jahnhalle. Heieiei, wir hatten uns schon darauf eingestellt, in einer Art Friedensmission so einiges schlichten und richten zu müssen, was unser 100-Tage-Horst in seiner noch jungen Amtszeit schon so alles angerichtet hatte. Besonders der perfide Versuch, unseren kontaminierten politischen Restmüll aus Oberbayern ausgerechnet im nördlichsten Franken für die Europawahl wiederaufbereiten zu lassen ... es würde also bestimmt kein einfacher Abend werden, der da vor uns lag. Dachten wir. Aber wie so oft, kam es ganz anders als wir dachten. Die Baiersdorfer empfingen uns sehr herzlich und offen – und es entwickelte sich ein aussergewöhnlich frischer und anregender Abend, wie wir ihn nur selten in Oberbayern erleben ... wir haben auch zwei glasklare Ursachen dafür ausfindig gemacht. Erstens: Eine Gemeinde, die so einen Kulturverein hat, kann sich glücklich schätzen! Wir waren wirklich begeistert von der engagierten und professionellen Organisation. Und vor allem natürlich von der Künstlerbetreuung! Zweitens: Baiersdorf ist nicht irgendein Dorf. Baiersdorf ist die Welthauptstadt des Meerrettichs! Mit eigenem Meerrettichmuseum! Hier strotzt man also vor Selbstbewusstsein, Gesundheit und Scharfsinn! Keine Spur von Ressentiments gegen Oberbayerinnen! Im Gegenteil: wir bekamen zum Abschied einen riesigen Meerrettich-Geschenk-Korb! Wir wollen an dieser Stelle Alex aus unserem Gästebuch zitieren: “Ich denke alle Franken würden euch 3 gerne gegen eine Frau Hohlmeier eintauschen!“ Danke dafür ;-)
FRÄNKISCHER ABEND - EPISODE II: Der Wirt und seine Helfershelferinnen
Die Älteren unter unseren Tagebuchlesern werden sich noch erinnern: Es gab Zeiten, in denen Wirte und Konzertveranstalter heilfroh waren, wenn die Künstlergarderoben nach Veranstaltungen nur leicht demoliert und nicht vollends zu Kleinholz zerlegt waren. Wirte waren dankbar, wenn Drogenexzesse lediglich mit Brandlöchern im Linoleumboden endeten und nicht Notarzt, Kriminalpolizei und die Feuerwehr gerufen werden mussten. Ja früher, da hatten wahre Künstlerinnen und Künstler noch ihre Freiheiten. Heute ist das alles anders! Zumindest beim Wirt in der Baiersdorfer Jahnhalle! Denn auch wir sind schließlich Künstlerinnen, wenn auch Kleinkünstlerinnen. Und natürlich geht es auch bei uns nur und ausschließlich um Sex, Drugs and Stubenmusik! Warum sollten wir das sonst machen? Dabei haben wir die Rollen in unser Damenkapelle klar verteilt: Bärbi kümmert sich um den Sex (damit Bayern nicht ausstirbt), Burgi um die Stubenmusik und - ja, o.k – die Moni, die raucht (aber natürlich nur Bio-Cigaretten aus dem Naturkostladen). Und weil das Rauchen böse und verboten ist, hat Moni kurzerhand darauf bestanden, eine künstlerische Raucherperformance in unser Bühnenprogramm zu integrieren und somit zu legitimieren. Kunst halt! So geschah es, dass Moni die Rest-Cigarette aus der künsterlischen Darbietung “Das Raucherkammerl“ in der Künstlergarderobe, in der vom Wirt strengstes Rauchverbot erteilt worden war, zu Ende paffte. Dieses skandalöse Künstlerinnenverhalten führte direkt nach der Veranstaltung zum Eklat! Wie Schulmädchen wurden wir vom Wirt der Jahnhalle und seinen keifenden Bedienungen beschimpft, gemaßregelt und an den Pranger gestellt. Und das nach zweieinhalb Stunden Sex, Drugs and Stubenmusik! Der Gipfel war dann die Bestrafungsaktion: Uns wurde die wärmdende Suppe nach dem Auftritt schlichtweg gestrichen – nicht einmal eine trockene Scheibe fränkisches Graubrot sollten wir bekommen. Wir mussten ohne Essen ins Bett! Selbst der anwesende Bürgermeister und die sichtlich betroffenen Veranstalter konnten an der Grausamkeit der Strafe nicht ein Jota ändern. Obwohl er seinen Umsatz an diesem Abend vor vollem Haus uns und nur uns zu verdanken hatte! Gegen diesen Wirt und seine petzenden Aufseherinnen ist Guantanamo ein Wellness-Aufenthalt! Wir haben dann auf der Rückfahrt gemütlich an der Tankstelle in Greding gegessen. Sehr netter Service dort!
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No nix.
