Tagebuch
Auftritt in Irsee am 15. Juli 2008
Keine Kommentare | Wellküren am 20.07.2008
Wenn man uns fragt, wer wir sind und was wir so machen, dann nennen wir uns ja immer gerne “Kleinkünstlerinnen”. Das klingt zum einen so schön bescheiden, andererseits beschreibt es aber immer noch am besten das weite Feld zwischen Kabarett, Volksmusik und Satire ... was wir halt so machen. Kleinkunst eben. Als wir an diesem Dienstag wieder einmal in den Altbau nach Irsee unterwegs waren (eine der ältesten Kleinkunstbühnen Bayerns), um dort zum Abschluss der Festwoche anlässlich des 30jährigen Bestehens aufzutreten, stellten wir erschrocken fest, dass es eigentlich fast gar keine Kleinkunstbühnen mehr gibt! Also, abgesehen vom Altbau natürlich – und vielleicht noch einigen wenigen Ausnahmen. Ein Blick auf unseren eigenen Tourplan genügt völlig: Stadthallen, Bürgerzentren, Festzelte, Mehrzweckhallen ... da spielen wir überall, nur nicht auf Kleinkunstbühnen! Sind wir Kleinkünstler heimatlos geworden? Sterben erst die Bühnen und dann die Künstler? Werden wir Opfer einer Event- und Tollwoodisierung unserer eigenen (kleinen) Kunst? Und haben wir jahrelang an unserem eigenen Ast gesägt, indem wir ja fleißig mitgespielt haben ... in den zahllosen Festzelten zu Vereins-, Gemeinde- und Feuerwehrjubiläen, bei den Festivals und Kulturprogrammen der Städte und Gemeinden, die ihre teuren, öffentlich finanzierten Stadthallen auslasten müssen? Sind wir am Ende selber schuld? Oioioioioi! Mit ganz schlechtem Gewissen vor uns selber und vor allem vor Klaus Michelfelder, der den Altbau seit 30 Jahren betreibt, sind wir in Irsee dann aus dem Wellküren-Bus gestiegen. Klaus begrüßte uns jedoch in bester Laune und schwärmte uns von der toll gelaufenen Jubiläumswoche vor, dessen – hoffentlich krönender – Abschluss wir sein sollten, er zeigte uns das wunderschöne Fest-Zirkuszelt und klärte uns auf, dass wir bereits zum 12. Mal im Altbau auftreten würden ...öha, dachten wir ... Jubiläum? Zelt? Festwoche? Kleinkunst hat neben viel Vergangenheit also doch noch Zukunft, wenn man’s nur richtig macht! Und ganz ohne Total-Tollwoodisierung. Respekt, Herr Michelfelder! Und Gratulation zu 30 Jahren Kleinkunstbühne und zu diesem großartigen Publikum! Wir kommen gerne wieder – dann übrigens zum 13. Mal.
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Kleinkunstbegeistertes Irseer Publikum im Jubiläumszelt!
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No nix.
