Zum einen bedeutet “Wellness” natürlich so etwas wie körperliches Wohlbefinden, das durch kostspielige Sport- und Ernährungsprogramme in modischer Kleidung erreicht werden soll. Andererseits aber ist “Wellness” ein bayerisches Wort und bezeichnet den glücklichen Zustand, der sich beim Genuß des Kunstschaffens von Mitgliedern der Familie Well einstellt - ein fortgeschrittenes und aufgeklärtes Bayerntum, dessen unverrückbare Koordinaten dennoch Misthaufen, Wirtshaus und Kirchturm sind. Die Wellküren sind das derzeit vermutlich einzige Hardcore-Stubnmusi-Terzett, dessen Verweigerung von Präzision einem Punkaufstand im Dirndl gleichkommt.
(Abendzeitung München v. 24.9.1998)
Die ausverkaufte Halle glich bereits nach wenigen bissigen Gstanzln einem brodelnden Hexenkessel.
(Augsburger Allgemeine v. 28.10.1996)
Dafür lebt mehr in diesem Programm, dafür trifft mehr unerwartet unverschämt ins Schwarze. Das ist immer ganz nah an den Zufälligkeiten des (Frauen-) Alltags und deshalb lauert dort auch immer das Böse. Ohne Zeigefinger, ohne Moral, doch immer infam und hinterhältig vertrackt. Die Wellküren - eine echte Frauenbewegung.
(tz München v. 13.10.1995)
Sie sind sich treu geblieben, die “Wellküren”, auch im “Wellness”-Programm. Doch das Lifting und Relaxing hat ihnen, allem Spott zum Trotz, auch gut getan, sie wirken tatsächlich entspannter und dadurch frecher, spitzer, direkter. Das ist selbst der guten alten Stubnmusi anzuhören, die sie immer wieder zur Geltung bringen, nicht zuletzt, weil doch die Eltern damals geraten haben: “Lernt’s a Saiteninstrument, Madln, und spuit’s a Stubnmusi, des is die beste Empfängnisverhütung.
(Süddeutsche Zeitung v. 28. Januar 1999)
Dahinter steht blanker Wahnsinn, auch musikalisch: Vom Stubenmusi-Boogie geht eszum Donauwalzer auf den Nonnentrompeten, daß die Hütterln krachen. Von dort zum ersten Satz aus Vivaldis Opus 3/12. Einfach so, einfach dada, einfach gut.
(Erlanger Nachrichten vom 16.10.1996)
Im Ganzen gesehen ein ‘Bayerisches Kabarett’ von erster Sahne, treffend in seinen Parodien, unter die Haut gehend in seinen humorig verbrämten, ernsten Aussagen, schelmisch, aber nie beleidigend. Die drei Wellküren profitieren reichlich davon, daß man im Dialekt schon einmal etwas mehr sagen kann, als man es in der ‘feinen’ Schriftsprache tun könnte. Man kann sich mit Recht auf das nächste Gastspiel der Gruppe freuen.
(Pegnitz Zeitung, 6. November 1995)
Mutig ist, auch im neuen Programm, vor allem ihre Schlichtheit: Auf Floskeln und Flausen, Show und Co. können die Wellküren ganz gut verzichten. ‘Wir sind so, wie wir sind - und so sind wir wer’ heißt ihre Botschaft, die eben gar keine sein soll. Nur deshalb kann ein solcher Auftritt in einem solchem Saal glücken. Und allein deshalb wünscht man sich noch viele Frauentage.
(Penzberger Merkur im März 1995)
Immer im Kontakt mit dem Publikum und auf dessen Äußerungen eingehend, hat man nie den Eindruck, daß die Wellküren nur ein Programm herunterspulen, sondern daß viel Witz aus spontanen Gegebenheiten mitentsteht. Kabarett richtig gut!
(Allgäuer Zeitung v. 5.10.1995)