Pressestimmen

Münchner Merkur/Freisinger Tagblatt vom 8. Mai 2009

Wir retten Bayern

Ihre Mission ist klar: Moni, Bärbi und Burgl wollen Bayern retten. Die Voraussetzungen für eine Politkarriere sind, so sagen sie selbst, gut: Denn die Wellküren sind hinterfotzig und intrigant – vor allem aber auch (stubn)musikalisch vom Feinsten.

Freising – Von Oberschweinbach aus verfolgen die Well-Schwestern auf den Tag genau seit 23 Jahren ein hehres Ziel: “Wir retten Bayern!“ Im Freisinger Lindenkeller haben sie damit am Mittwoch erfolgreich begonnen. “Beste Schwestern” ist der Titel des neuen Programms, das die “Schwesterpartei” in Freising am besten testen konnte: “Das Freisinger Publikum ist leidensfähig.“
Und so zog das Trio alle Register seiner musikalischen Genialität. Das reicht vom schnellen Fantasie-Chinesisch des Olympia-Protokolls über die groteske Variante eines Protestsongs, den die Well-Schwestern “für Frieden, für Hoffnung und für Geld” intonieren, und reicht bis zur fuliminanten Zupf-Instrumenten-Variante von AC/DC’s “Highway to hell”. Text: “Der Deifi soll eam hoin.“
Vor was die Wellküren uns retten wollen, das blitzte immer dann besonders durch, wenn Powerfrau Moni so herrlich böse die weiß-blaue Politprominenz aufs Korn nahm: Da kommt Roland Koch aus Hessen mit seiner “Facki-Fotzn” genau so schlecht weg wie Angela Merkel (“Dritter Knopf: Du lebst gefährlich”). Das ganze kulminierte beim grandiosen Finale des “Stubnmusicals” in einer von Homer, Vergil und Dante inspirierten Höllenfahrt der CSU, die mit dem “Morbus Frankonia Pauli” beginnt und zu “Spiel mir das Lied vom Tod”-Klängen bei der Landtagswahl mit dem Untergang der CSU endet – nicht ohne dass “der Horst” sein Vorgänger-Duo als “Erwin, den niederbayrischen Ratz, und seinen fränkischen Mäusesheriff” beschimpft hat. Das Publikum tobte. Zwischen Nonnentuba und einem extrem faden Anti-Depressions-Jodler mit dem viel sagenden Titel “Meiomei” haben die Wellküren auch Freising nicht vergessen: “Eine einzige Baustelle” sei die Stadt, wissen die Well-Schwestern, von denen Burgl gerade noch eingebremst werden kann, als sie beginnt über Papst, Pius-Bruderschaft & Co. vom Leder zu ziehen: “Burgl, hör auf! Mia san in Freising.“ Und auch wenn sich die Wellküren angesichts der Sangeslust des Publikums schon fragten, ob es in Freising etwa keinen Kirchenchor gebe, wussten sie doch eines: “A Zeitung habt’s aber scho.“ Monis Frage, was man denn da so lese, wurde prompt und laut aus dem Publikum beantwortet “s’Tagblatt!“ Fazit: Mission erfüllt. “Wählt Well!“

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Zitat

Noch mehr Gänsehaut bietet nur noch das Stuben-Grusical in drei Akten: Zur Musik von „Spiel mir das Lied vom Tod“ wird die traurige Mär vom einsamen Monarchen Edmund dem Ersten erzählt, der an „Morbus Frankonia Pauli“ erkrankt und seinen Platz räumen muss, um den sich zwei Widersacher duellieren. Der Showdown, zu dem die Nonnentrompete noch einmal bemüht wird, erfolgt in einem Hopfenfeld in der Holledau. Es ist der grandiose Schlussakt zu einem geistreichen, höchst vergnüglichen Abend. Well, well, well, ihr Schwestern.

(Esslinger Zeitung vom 20. November 2007)

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