Pressestimmen

Abendzeitung München (AZ) vom 02.02.2007

Spiel mir das Lied von der Alm

Hinterhof-Theater: Die Power-Maderln der Wellküren spielen auf

Sie ist ein Wundermittel gegen alle Übel, gegen die innere Unruhe, die hormongetriebene Geilheit und, natürlich, die deutsche Depression: bayerische Stubenmusi, herzhaft zelebriert von den drei Power-Maderln der Wellküren. Wenn Moni vom Hackbrett glasklare Töne schnackelt, Burgi die Gitarre juckt und Bärbl die Harfe streichelt, ist der Himmel nicht weit, die Glückseligkeit ganz nah. Da meint selbst der Zugroaste, die Alpen zu riechen.

Doch an uriger Heimatheimeligkeit ist den Damen aus der 17-köpfigen Well-Familie – die Jungs von den Biermösl Blosn gehören dazu – selten gelegen. Vielmehr schlagen sie eine satirische Kerbe ins Süßraspelholz der Volksmusik, wie bei der Präsentation ihrer mit evergreen-tauglichen Liedern vollen CD “Forever!“ im Hinterhof-Theater, fürs Zwerchfell schmerzhaft, zu spüren war.

Den Patriotismus treiben sie mit “Weißblau is boarisch” ins Pathologische, mit der Nonnentrompete, die wie ein Alphorn auf Acid aussieht, kratzen sie das “Lied vom Tod”. Schräg ist das und zünftig auch: Unter dem Traditionellen lauert bei den Wellküren gedoch stets die smarte Moderne. Beim Austausch über die Hinrichtung eines Schweinebratens entledigen sie sich der Tracht, um im eleganten Schwarzen die Dietrich hoch drei zu geben: “Waren Sie schon mal in mich verliebt – das ist das Schönste, was es gibt.“
Da jodelt das Herz und das Hirn wundert sich: Woher haben die Almdudler diese Coolness? Das Geheimnis muss in der Stubn liegen.

MICHAEL STADLER

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Zitat

Das liegt nicht nur an dem einzigartigen «Wisching Well»-Putzsystem, sondern vor allem an der Tatsache, dass diese Schwester-Partei zu den erfreulichsten Kabarett-Großereignissen zählt, die es hier zu Lande gibt. Allein die scharfkantige Kombination von herzerwärmender Stubenmusi und glockenreinem Dreigesang mit saufrechen Kommentaren ist unerreicht.

(Fürther Nachrichten vom 18.01.2010)

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