Pressestimmen

tz München vom 02.02.2007

Nonnentrompete

Die Wellküren mit neuem Programm

In Oberschweinbach ist die Welt noch in Ordnung. Da gibt es 46 Vereine auf 800 Einwohner, von denen Burgis “Frauenverein” noch vor Bärbis “Josephsverehrerinnen” rangiert. Dort liest man das journalistische Kampfblatt “Altöttinger Liebfrauenbote” , stößt das Kopftuchverbot bei den Bäuerinnen auf Unverständnis und dient die Stubnmusi zur Empfängnisverhütung. Man trägt Tracht – nur Moni, die Jüngste und Temperamentvollste im “Wellküren”-Trio, ist neumodisch: steht in Jeans auf der Bühne und “pendelt den Putzlappen bei Vollmond nach Feng-Shui aus”. Sie kratzt an der Dorfidylle, wenn sie die Fahnenmutter als Domina enttarnt und wird zum Tier, wenn sie Schnecken jagt.

Seit 20 Jahren ziehen die Schwestern der Biermösl Blosn aus, um der Welt vorzuführen, wie schräg Bayern singt und lacht, wie es weißblau und ewig CSU-regiert bleibt. “Forever” heißt denn auch ihr neuestes Programm und die CD, die sie im Hinterhoftheater vorstellen.

Sie sind mit den Jahren immer besser und bissiger geworden, gscherter in ihren Texten, freier im komödiantischen Spiel. Musikalisch bleiben sie eh unüberbietbar zwischen Harfe und Hackbrett. Selbstironisch rücken sie Bayernklischees zurecht und der politischen Realität auf den Pelz. Und wenn sie zu “Spiel mir das Lied vom Tod” auf der Nonnentrompete ansetzen, wird der Showdown zwischen Hopfenstangen zum High Noon für Stoiber und seine Nachfolger.

BARBARA WELTER

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Zitat

Und egal, ob Mann, ob Frau, ob jung oder alt, vom Publikum schlägt den Wellküren eine Welle der Sympathie entgegen. Erfrischend ist die Stimmung und hebt sich wohltuend von der in elitären Kleinkunsttempeln ab.

(Süddeutsche Zeitung v. 27.1.2003)

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