Pressestimmen

Augsburger Allgemeine vom 22.09.2008

Noch bissiger

Eching (löb) - „So amüsiert sich jeder, so gut er eben kann.“ Als die Wellküren ihre Zuhörer in der voll besetzten Sporthalle in Eching diesen Refrain lautstark mitsingen lassen, war der Funke längst übergesprungen, man vergnügte sich bereits prächtig gemeinsam mit den drei Well-Schwestern auf der Bühne, die sich mit ihrem neuesten Programm „Forever!“ gewohnt bissig, hinterfotzig lustig und meist rabenschwarz durch aktuelles Zeitgeschehen, Lebens- und Modetrends hangelten.

Seit über 20 Jahren sind die Wellküren nun schon unterwegs. Von Ruhe oder Abgeklärtheit ist allerdings nichts zu spüren, eher sind ihre Kommentare noch bissiger, ist der Humor noch schwärzer, sind die Pointen einen Tick makaberer geworden. Und sie halten sich hart an die Aktualität, servieren beispielsweise ein „Schlussprotokoll zu den chinesischen Olympischen Spielen“, das zudem sprachliche Gemeinsamkeiten zwischen China und Altbayern offenbart und vergessen auch die FC-Bayern-Schlappe zum Wiesn-Auftakt nicht.

Es wird lustig, wenn die Schwestern darüber streiten, wie ein ordentlicher Schweinsbraten entsteht, dezent dunkel bei „Wochenend im Altersheim“ - Rudi Schurike hätte seine liebe Not, da gesanglich mitzuhalten - und makaber kohlrabenschwarz, wenn sie den Klimawandel thematisieren und von süßen kleinen Babys singen.

Dazwischen: Hochwertige Stubenmusik in den verrücktesten Instrumentierungen, „Der Dritte Mann“ als Stück für drei Nonnentrompeten, „Unser oide Kath“ - Kommentar: „A Zwiefacher is koa Oafacher“. Lösungsvorschläge für die Problemfelder Depression, Scheidung oder Geburtenrückgang sind neben der wundersamen Heilkraft der Stubenmusi, bei Bärbi, Burgi und Moni mitunter höchst einfach: Scheidung? „Bei den hohen Kosten vertrag ma uns liaber.“

Ein Italo-Western made in Oberschweinbach ist natürlich auch schwärzer als sich Hollywood das je vorstellen könnte und ein „Stuben-Musical“ wird bei den Wellküren schnell zum „Stuben-Grusical“. Da wird König Edmund I. von der „Morbus Frankonia Pauli“ dahingerafft und wenn Bärbi, Burgi und Moni schildern, wie die Krankheitserreger „schleimig, madig, fahl“ aus dem toten Körper kriechen, dann laufen heftige Schauer über den gebeutelten Rücken.

Nächste Pressestimme: Die wo koa Hirn net ham
Vorige Pressestimme: Ja, do schau her

Artikelübersicht

Zitat

Das liegt nicht nur an dem einzigartigen «Wisching Well»-Putzsystem, sondern vor allem an der Tatsache, dass diese Schwester-Partei zu den erfreulichsten Kabarett-Großereignissen zählt, die es hier zu Lande gibt. Allein die scharfkantige Kombination von herzerwärmender Stubenmusi und glockenreinem Dreigesang mit saufrechen Kommentaren ist unerreicht.

(Fürther Nachrichten vom 18.01.2010)

Alle Pressezitate