Pressestimmen

Augsburger Allgemeine vom 16. März 2009

Die Wellküren verteilen ihren Spott gerecht

Zusmarhausen Bayerns „einziges Hardcore-Stubenmusik-Terzett“ (Jury Ernst-Hofrichter-Preis) hat am Samstagabend in Zusmarshausen sein Publikum begeistert. Die drei Well-Schwestern Moni, Burgi und Bärbi gastierten mit ihrem aktuellen Programm „Wellküren Forever!“ im Schlossgasthof Strasser.

Die drei Well-Schwestern, die der gleichen 17-köpfigen Familie entstammen wie die Biermösl-Blosn, gelten als weibliche Instanz für bayerisches Musikkabarett. Bei ihrem hintergründigen Auftritt sind sie mit beißendem Spott, flotten Sprüche und frechen Witzen diesem Ruf gerecht geworden. Aber auch ihr charakteristischer Dreigesang und die echte Volksmusik erfüllten die Erwartungen des Publikums.
Sympathisch und natürlich kommen sie daher, egal ob sie im Freizeitdress oder im politisch korrekten Dirndl (schwarz-rot-gold oder weiß-blau mit und ohne Rauten) auf der Bühne stehen. Der Übergang von Alltagsgeschichte zu beißendem Kabarett gelingt ihnen fließend. Der Stoff, der auf der Bühne verarbeitet wird, erscheint nie von sehr weit her geholt. Nur gut, wenn es die anderen trifft, mag sich mancher im Publikum denken. Oder doch nicht?
Die scharfen Worte von Moni, Burgi und Bärbi gelten nicht nur Politikern (auch wenn die Gesichtszüge der Kanzlerin mit einem „zu Unrecht zum Tode verurteilten Backenhörnchen“ verglichen werden). Der Spott der Wellküren nimmt auch das eigene Publikum nicht aus. Ob Übergewicht, Geburtenrückgang oder Beziehungskrisen und Scheidungsrate - vor den Spitzen der Wellküren ist keiner gefeit. Alles dreht sich um Stubenmusik
Dabei sind die Rollen der drei Schwestern klar verteilt. Jeder kann sein bevorzugtes Frauenbild auf der Bühne wiederfinden. Für alle, die es nicht merken, wird es von den Wellküren eingesagt: Die eine ist „schinant“ (Bärbi, die „studierte Diplomsozialpädagogin“, übernimmt den Part der weiblich Sanften), die andere hat einen „Grant“ (wer anders könnte das sein, als die „Günzelhofer Frauenbeauftragte“ Burgi) und schließlich die Dritte im Bund, Moni „schreit bloß umanand“ und fegt als Powerfrau Marke „Krawallnudel“ über die Bühne.
Immer mit dabei ist das Allheilmittel schlechthin, als Verhütungsmittel ebenso wirksam wie als Antidepressivum - die Stubenmusik. Und die wird von den Wellküren revolutioniert. Denn zu Gehör kommen nicht nur Landler, Polka und Zwiefacher mittels Harfe, Hackbrett und Gitarre. Virtuos beherrschen die drei auch die Kammerbesetzung der Blasmusik à la Wellküren (Tuba, Posaune und Saxophon).
Im kleinen Schwarzen servieren die Well-Schwestern ein Streichkonzert auf der Nonnentrompete. Diese Einlage toppt nur noch das Finale: das „Stubenmusical“ - bayerische Welt-Geschichte seit dem Sturz Edmunds I., musikalisch unterlegt vom Klang der Nonnentrompete zur Filmmelodie von „Spiel mir das Lied vom Tod“. Höhepunkt und Schlusspunkt in einem. Da bleibt nur zu sagen: „Well done“.

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Zitat

Die Wellküren sind ein Bühnenereignis. Harmonisch, durchschlagend, ergreifend ehrlich. Wer sonst bietet einen solchen Dreiklang?

(Fürther Nachrichten vom 23. Juli 2008)

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