Pressestimmen

Passauer Neue Presse vom 13.01.2007

Die fünfte CD zum 20. Bühnenjubiläum

CD-Kritik: Die Wellküren sind mit „Forever“ erfrischend respektlos und hintergründig

Kaum zu glauben, dass die Wellküren, der weibliche musikalische und kabarettistische Teil der 17-köpfigen Musikanten-Familie aus Günzlhofen, schon 20 Jahre auf der Bühne stehen. Die neue CD - erstmals mit Bärbl Well, die ihre 2005 ausgeschiedene Schwester Vroni ersetzt, ist bereits die fünfte.
Wer die anderen CDs kennt, erkennt: Ihren unverwechselbaren Stil - bayerisches Musikkabarett verpackt in einen harmlos scheinenden Dreigesang - haben die Wellküren beibehalten, aber ihr Ton ist eine dicke Spur schärfer geworden. Auf 17 Titeln streifen sie Themen wie Depression, Geburtenrückgang, Verhütung, Gammelfleisch oder die Untugenden im weiß-blauen Bayernland, vor allem aber die der Männer, die hierzulande und überm Teich das Sagen haben. Das alles ist witzig verpackt u. a. im „Drescherlied“. Die CD hält genau die Balance zwischen privater und politischer „Dresche“. Die Texte sind erfrischend respektlos und doch sehr hintergründig. Die musikalische Gestaltung - von den Wellküren und Christoph Well - ist variantenreich, präsentieren sich die Schwestern, die alle mehrere Instrumente spielen, nicht nur als akkurater Dreigesang, sondern auch als Damen-Blechblaskapelle oder Nonnentrompetenorchester (ein höchst interessantes Streichinstrument!). Fazit: Pointierte Texte, musikalische Stringenz, satirische Unterhaltung!

Edith Rabenstein

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Zitat

Da wird Stubenmusik wellkürentypisch revolutioniert. Der Landler ist Punk, der Zwiefache ein Schlager. Wer kreiert auf die Melodie von “Spiel mir das Lied vom Tod” schon ein “Stubenmusical” für Harfe, Hackbrett und Nonnentrompete, in dem sich bayerische Politiker duellieren? Und da sind die drei selber: Ohne Show, ohne affektiertes Gehabe präsentieren Moni, Bärbi und Burgi wohltuende Natürlichkeit. Da wird gelacht, geflüstert und geschrien. Wie es gerade kommt. Also: Nicht nur die CSU in Bayern bleibt, sondern auch Oberschweinbachs Star-Trio: “Forever”.

(SZ vom 2. Februar 2007)

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