Pressestimmen

Münchner Merkur vom 08.03.2010

Das “Kaff” bebt

Freches Mundwerk, musikalischer Tatendrang. Die Wellküren fegen durch den Saal

VON KATHRIN SUDA
Holzkirchen – Was für ein Abend, was für Frauen! Bei der offiziellen Eröffnung am Freitag bebte die Stimmung im renovierten Oberbräusaal förmlich. Es wurde laut gelacht, geklatscht, gekichert, sogar Tränen flossen – Lachtränen. Den Grund für die ausgelassene Stimmung lieferten die Wellküren mit ihrem Programm “Beste Schwestern”. Von der ersten Minute an begeisterten die drei Well-Schwestern ihre Zuschauer, die auch nach über zweieinhalb Stunden Programm augenscheinlich noch immer nicht genug bekamen von ihren Gastgeberinnen.
Wer sich schon immer gefragt hat, warum der Himmel in Bayern so schön blau-weiß ist, warum es den Tegernsee überhaupt gibt oder warum Holzkirchen jetzt eine Umgehungsstraße besitzt, der bekam hier die Antwort: wegen der drei Wellküren. Da liegt es nahe, dass Barbara, Burgi und Moni Bayern retten wollen. Mit Verkaufstalent, großem Mundwerk und jeder Menge Tatkraft soll dem derzeit herrschenden Chaos ein Ende bereitet werden. Scheidungen müssen verhindert und viel mehr Kinder gezeugt werden. Und wer wäre der beste Ersatz für Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer? Natürlich, Wellküre Moni persönlich.
Dabei helfen kann nur eines, und zwar die gepflegte Stubenmusi. Wer dabei aber an lieblichen Gesang, begleitet von Zupfinstrumenten, dachte – also auf eine kurze Verschnaufpause für die Lachmuskeln hoffte – lag falsch. Liebevolle und dennoch bissig humorige Texte rüttelten wach, ohne dabei den sprichwörtlichen Zeigefinger zu erheben.
Ganz gleich, was die drei Schwestern auf der Bühne mit einem ganzen Sammelsurium von Instrumenten auch veranstalteten, der Saal brüllte vor Lachen. Selbst die Bezeichnung Holzkirchens als “Kaff” konnte die Freude der 400 Gäste nicht bremsen. Im Gegenteil, jeder Satz, jedes Lied und jede noch so kleine Gestik oder Mimik wurde vom Publikum aufgesaugt und mit tosendem Applaus kommentiert. Die Mischung aus bayerischem Kabarett und dem musikalischen Geschick der Geschwister machte den Abend zu einem unvergessenen Erlebnis.
Als Zugabe holten die drei Schwestern ihre 90 Jahre alte Mutter Gertraud auf die Bühne. Nicht etwa, um sie die dem Publikum einfach nur vorzustellen. Nein, mitarbeiten sollte die alte Dame. Schnell wird klar, von wem die Wellküren ihre Kraft, Lebensfreude und ihr musikalisches Talent geerbt haben. Die rüstige Mutter von insgesamt 15 Kindern spielte “vogelwild” die Zither und versprühte gemeinsam mit ihren Töchtern jede Menge positive Energie.
Ihr folgten auf die Bühne Holzkirchens erster und zweiter Bürgermeister, Josef Höß und Olaf von Löwis. Die beiden Herren dienten, mit Blumen in den Händen “geschmückt”, den drei Schwestern als lebende Bühnendekoration. Ein Abend, der nicht schöner hätte sein können. Das “Kaff” Holzkirchen bedankt sich und hofft auf ein baldiges Wiedersehen.
Auch Hausherrin Ingrid Huber, Kulturmanagerin des Hauses, freute sich über die restlos ausgebuchte Veranstaltung. “Ohne Publikum gäbe es hier keine Kultur.”

 

Nächste Pressestimme: Mit Stubenmusi Bayern retten
Vorige Pressestimme: Systemanalyse auf unvergleichlich schwesterliche Art

Artikelübersicht

Zitat

Sie sind sich treu geblieben, die “Wellküren”, auch im “Wellness”-Programm. Doch das Lifting und Relaxing hat ihnen, allem Spott zum Trotz, auch gut getan, sie wirken tatsächlich entspannter und dadurch frecher, spitzer, direkter. Das ist selbst der guten alten Stubnmusi anzuhören, die sie immer wieder zur Geltung bringen, nicht zuletzt, weil doch die Eltern damals geraten haben: “Lernt’s a Saiteninstrument, Madln, und spuit’s a Stubnmusi, des is die beste Empfängnisverhütung.

(Süddeutsche Zeitung v. 28. Januar 1999)

Alle Pressezitate