Münchner Merkur vom 08.03.2010
Das “Kaff” bebt
Freches Mundwerk, musikalischer Tatendrang. Die Wellküren fegen durch den Saal
Freches Mundwerk, musikalischer Tatendrang. Die Wellküren fegen durch den Saal
Mission möglich: Die herzerwärmenden und saufrechen Wellküren mustern in der Comödie mit der Mistgabel aus Systemanalyse auf unvergleichlich schwesterliche Art
Wo selbst noch das Lamentieren schön ist, da ist gut sein. Und wenn den Deutschen nachgesagt wird, sie nähmen die Dinge zu ernst, sie neigten zum Schwarzmalen, dann sei ihnen nicht nur die Stubenmusik, dann sei ihnen der Witz-Ironie-Selbstironie-Kurs der Wellküren empfohlen. Damit ließe sich Deutschland retten, oder eben wenigstens Bayern.
Überhaupt die Texte: Sie sind urbayerisch, selbst wenn sie englisch sind, voller unvorhergesehener Wendungen und Wortwitz. Die Zuschauer waren begeistert, forderten Zugaben und machten sich, in der Gewissheit, von den Wellküren gerettet zu werden, zufrieden auf den Heimweg.
Ihre Mission ist klar: Moni, Bärbi und Burgl wollen Bayern retten. Die Voraussetzungen für eine Politkarriere sind, so sagen sie selbst, gut: Denn die Wellküren sind hinterfotzig und intrigant – vor allem aber auch (stubn)musikalisch vom Feinsten.
Zusmarhausen Bayerns „einziges Hardcore-Stubenmusik-Terzett“ (Jury Ernst-Hofrichter-Preis) hat am Samstagabend in Zusmarshausen sein Publikum begeistert.
Das Programm mit dem die schon legendäre Gruppe jetzt ihr Unterföhringer Publikum begeisterte, war zum größten Teil neu. Es stammt aus der CD “Wellküren Forever”, die am 1. Dezember veröffentlicht wird. Mit dem gleichnamigen Programm werden die Musikkabarettistinnen im Jahr 2007 unterwegs sein. Das Programm der Wellküren würde man im Weinbau “Ausbruch” nennen und damit folgende Eigenschaften ausdrücken: saftig, erlesen und an Qualität kaum zu überbieten. Fügt man noch hinzu: erfrischend, respektlos, hinterkünftig, manchmal auch schrill, rotzfrech und mitunter ein wenig frivol, so hat man die Mischung charakterisiert, der die Schwestern der “Biermösl Blosn” ihren Erfolg verdanken.
(Süddeutsche Zeitung vom 29. September 2006)
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